Die Initiative „Wir gehen aufs GANZE!“ des Paritätischen Hamburg zeigt schon nach kürzester Zeit Erfolge


An sechs GBS-Standorten in Hamburg arbeiten seit diesem Schuljahr die Pädagoginnen und Pädagogen des Vor- und Nachmittags in der letzten Unterrichtsstunde zusammen. Bereits innerhalb weniger Wochen wird deutlich, dass die gemeinsame Zeit beider Professionen einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren im gelungenen Ganztag für die Kinder ist. Der Unterricht hat in vielen Fällen eine neue Form angenommen, neue Projekte und Lernformen werden angeschoben, die Kinder erleben zwei Professionen aus einem Guss. Anlass für die Veränderungen ist „Wir gehen aufs GANZE“. Seit August setzt der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg diese Initiative zusammen mit den Standorten – die GBS-Gestalter – um.

 

„Schon jetzt berichten viele Erzieherinnen und Erzieher, dass die Kinder im Nachmittag ruhiger und ausgeglichener geworden sind. Dadurch können sich die Mädchen und Jungen besser konzentrieren“, verdeutlicht Martin Peters, Referent für Frühe Bildung, Betreuung und Erziehung beim Paritätischen Hamburg. Unterstützt wird das durch die enge inhaltliche Verzahnung. Themen aus dem Vormittag werden sinnvoll weitergeführt, Methoden aus dem Nachmittag in den Vormittag integriert.

Um die Aufmerksamkeit und Kreativität zu steigern, entstehen an vielen GBS-Standorten neue Projekte im Bereich Kunst und Theater oder neue Formen des Lernens. So wird die letzte Stunde beispielsweise für Entspannungseinheiten wie z.B. Yoga genutzt. Die Kinder sind nach dem Vormittag häufig sehr ausgelaugt und können in dieser Zeit neue Energie tanken. Durch die Initiative entstehen viele dieser innovativen Ideen, die ganz im Sinne von einer der Kernbotschaften der Initiative sind: GANZ KIND – damit ihre Ideen Schule machen. „Durch den gemeinsamen Blick auf die Kinder kann das gelebt werden, was Eltern schon immer von der Kooperation an der Schule erwartet haben“, erklärt Martin Peters.

Ein weiterer Erfolg der bisherigen Arbeit ist die gestiegene Wertschätzung des Nachmittags. „Bisher haben sich die Erzieherinnen und Erzieher im Ganztag oft als eine Mischung von Aufpasser und Zeitwächter empfunden“, hebt Martin Peters hervor. In der gemeinsamen Stunde können sie ihr professionelles Können in einem wertschätzenden Rahmen einbringen. „Es wird nicht mehr nur von Augenhöhe gesprochen, sie wird gelebt. Das verschafft hohe Zufriedenheit und baut Fluktuation an den Standorten ab.“

Die gemeinsame Stunde führt auch zu vielen Synergien im Arbeitsalltag: Elternabende werden gemeinsam veranstaltet. Die Kinder müssen nicht mehr doppelt, also am Vor- und am Nachmittag, erklären, wie es ihnen geht und welche Sorgen oder Nöte sie haben. So wird viel Zeit gespart und die Kinder erhalten direkt die Aufmerksamkeit und Zuwendung, die sie am nötigsten brauchen. Die Eltern bekommen darüber hinaus eine gemeinsame Sicht auf die Bildung vermittelt. „Wir erhalten Informationen aus einer Hand und sind besser über den Schulalltag informiert“, sagt Tobias Joneit, Vorsitzender des Elternausschusses der Grundschule Traberweg und Mitglied des Vorstands des Bezirkselternausschuss (BEA) Wandsbek. „Vor- und Nachmittag finden endlich erfolgreich zusammen. Dadurch öffnet sich der starre Ablauf des Nachmittags und die Angebote werden stärker auf die Kinder zugeschnitten. Davon profitieren sie genauso wie wir Eltern.“

Das gilt auch in den Fällen, in denen die Kinder nicht am Nachmittag teilnehmen. Diese Mädchen und Jungen erhalten nun erstmals Einblicke in das Geschehen am Nachmittag und profitieren von den Erzieherinnen und Erziehern der GBS-Kooperationspartner. In einigen Klassen werden sie in einem „Abschlusskreis“ mit Ideen für den Nachmittag versorgt und können an den gleichen Themen wie die anderen Kinder der Klasse weiterarbeiten. „Viele unserer Annahmen, was die positiven Effekte der gemeinsam gestalteten Unterrichtsstunde betrifft, haben sich schon jetzt voll erfüllt – besonders zum Wohl der Kinder“, resümiert Martin Peters.

 

Hintergrund zur Initiative „Wir gehen aufs GANZE!“:

Hamburg hat fast alle Grundschulen zum Ganztag weiterentwickelt. 124 von ihnen sind mittlerweile in der Form der sogenannten Ganztägigen Bildung und Betreuung an Schulen (GBS) gestartet. Grundschulen suchen sich dabei einen festen Kooperationspartner der Kinder- und Jugendhilfe und gestalten den Ganztag.

Am Projekt „Wir gehen aufs GANZE!“ des Paritätischen Hamburg, das im Schuljahr 2014/2015 gestartet ist, nehmen folgende GBS-Standorte mit ihren Kooperationspartnern teil:

 

  • Schule Arp-Schnitger-Stieg in Kooperation mit der Kita Este GmbH
  • Grundschule Lohkampstraße in Kooperation mit dem Sportverein Eidelstedt Hamburg von 1880 e.V.
  • Schule Tonndorf in Kooperation mit der Rudolf-Ballin-Stiftung
  • Schule Traberweg in Kooperation mit dem Hamburger Schulverein von 1875 e.V.
  • Grundschule Turmweg in Kooperation mit dem Eimsbütteler Turnverband e.V.
  • Schule auf der Uhlenhorst in Kooperation mit dem Uhlennudelclub e.V.

 

Die Initiative „Wir gehen aufs GANZE!“ wird unterstützt durch das Referat „Ganztägige Bildung im Sozialraum“ der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung sowie durch den Einsatz von ProRegio-Mitteln.

Weitere Information auf der Website www.wir-gehen-aufs-ganze.de.

 

Pressemitteilung als PDF

 

Pressekontakt:

 

Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg e.V.

Cornelia Heider-Winter / Pressesprecherin „Wir gehen aufs GANZE!“

Tel.: 040-415201-77

E-Mail: c.heider-winter@paritaet-hamburg.de